Auf den Spuren der Eisenbarone

Eisenhüttenmuseum und Schmiede
Hauptstraße 26
67705 Trippstadt
06306 341

Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Trippstadt eine Blütezeit der Eisenindustrie. Bedingt durch die großen Holzbestände und den metallhaltigen Rohstoffen, die aus der Umgebung stammten, entwickelte sich eine Industrie der Eisengewinnung und -verarbeitung, die Trippstadt Reichtum und Wohlstand brachten. Erst als die Steinkohle die Holzkohle, sie wurde für den Schmelzprozess eingesetzt, ablöste, begann der Niedergang und 1892 wurde der letzte Betrieb des Eisenhüttenwerks Trippstadt stillgelegt.

Mit annähernd 100 Exponaten und Schautafeln wird dem Gast in Trippstadt diese Zeit im Eisenhüttenmuseum veranschaulicht. Die Ausstellungsräume, die im Mai 1999 eröffnet wurden, befinden sich im Gebäude der ehemaligen Schmiede Huber, wo auch die Tourist-Info untergebracht ist. Die Schmiede war bis 1988 in Betrieb und ist auch heute noch voll funktionsfähig. Anlässlich des Kohlenbrennerfestes finden dort regelmäßig Vorführungen statt, aber auch für Gruppenarrangements wird gerne das Feuer für Schmiededemonstrationen entfacht.

Das Gesamtkonzept wird durch den im Karlstal angelegten Eisenhüttenweg vervollständigt. Er besteht aus 12 Stationen, wobei unter anderem ehemalige Eisenhütten beziehungsweise deren Reste zu sehen sind.

 

 

Skulpturenwege

Der Trippstadter Skulpturenweg

Die Kunstwerke des Trippstadter Skulpturenweges sind Teil des Skulpturen(wander)weges Rheinland-Pfalz, der sich von Kusel im Nordwesten bis Jockgrim in der Südpfalz erstreckt.

Sieben Bildhauer waren (zwischen Stelzenberg und Trippstadt) am 3. Bildhauersymposium im Spätsommer 1996 beteiligt. Die Vorgaben beschränkten sich auf formale Kriterien: Aus Sandstein oder Stahl sollten die Werke sein, und mindestens zwei Meter sollten sie sich über die Erde erheben. Auf dem Weg über den Wilensteiner Hof (geradeaus) und über die Höhe nach Trippstadt kommt man an zwei Objekten vorbei (6 + 7).

Das Objekt Nr. 6 von Hartmut Stielow ist ohne Titel. Er beschreibt seine Arbeiten als die Suche nach einer neuen offenen Ordnung labilen Gleichgewichts. Die Materialien Eisen und Stein halten sich bei der Skulptur die Waage: Der Stein höhlt das Eisen aus - das Eisen umgreift den Stein.

Nr. 7 Werner Ratering hat sein Tor als Zugang zu einem kleinen Buchenhain konzipiert. Der blaue Vorhang aus Mörtel ist an seiner Oberweite vergoldet, ebenso die Unterseite der Quertraverse. Einfallendes Licht wird reflektiert und erzeugt ein Licht das sonst in der Natur nicht vorkommt.

Auf dem Weg über den Wilensteiner Hof (links halten) Richtung Industriegebiet führt der Weg an den Objekten 4 und 5 vorbei.

Nr 4 Balzgeflüster von Gereon Leppers. An den Spitzen von zwei Stahlrohren ist jeweils ein drehbarer Flügel angebracht. Im Wind bewegen sich die beiden Schwingen nicht unbedingt synchron, sie "unterhalten" sich.

Nr. 5 Der Akkumulator von Otmar Sattel. Die Skulptur ist ein Ruhestein, auf der sich der Wanderer ausruhen und eine ganz ungewohnte Perspektive genießen kann. Das in der Mitte eingelassene Kupferblech gibt die Wärme der Sonnenstrahlen an den Körper weiter.

 

Kunst im stillen Tal (Karlstal)

Beschreibung:
Bereits von der Bundesstraße B270 aus ist zu sehen, dass im Pfälzerwald mehr als nur unberührte Natur zu erleben ist: An der Einfahrt ins Karlstal am Alten Walzwerk ragen filigrane Stahlrohre über die Baumwipfel hinaus. "Himmelsleitern"  heißen die weiß lackierten, in einem Kreis angeordneten acht Plastiken der Bildhauerin Christine Bazireau aus Paris, die sich von Hochsitzen hat inspirieren lassen.
Einige Kilometer weiter, kurz vor dem Ortseingang Stelzenberg, steht der "Keil"  von Olaf Bergmann. Von der Straße aus sieht man die monumentale Silhouette des Dreiecks aus Stahl und Stein, das die Form der gegenüberliegenden Anhöhe aufnimmt.
Noch tiefer im Karlstal wird es stiller. Nur noch das Rauschen der Blätter im Wind und das Plätschern der klaren Waldbäche ist zu hören. Doch inmitten dieser Naturidylle sind von Menschenhand geschaffene Werke: Skulpturen aus Stein, Holz und Metall, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen.
Gegenüber der Abzweigung nach Neuhof stehen auf einer Lichtung die Arbeiten zweier Künstler aus Lanzarote, die im Rahmen eines Künstleraustauschs des Vereins "Skulpturenweg e.V." in die Pfalz kamen: Paco Curbelos "Schützt den Wald" und Wolfgang Neumeyers "Verlassen des Waldes". In ihren Werken ist der Eindruck der ungewohnten Umgebung - des dichten Pfälzerwaldes - deutlich zu spüren.
Nach Marcus Centmayers und Jochen Kitzbihlers "Rechts und links der Moosalb" geht der Wanderer das Hüttental - die Verlängerung des Karlstals - entlang, vorbei an "Positiv - Negativ" von Francisco Montelongo und "Projekt" von Delia Serban.
Die "Königin der Nacht" von Doris Halfmann liegt noch auf dem Weg nach Johanniskreuz. Auf dem Hasel-Dell-Weiher, direkt an der Landstraße, schwimmt der fünf-flügelige Stern aus schwarz lackiertem Eisen auf dem Wasser.
Das Ende des Skulpturenwegs durch das Karls- und Hüttental markieren zwei Werke in Johanniskreuz: Das Metallregal "Ersatzteillager für Baumkronen" von Patricia Waller auf dem Parkplatz gegenüber der Abfahrt ins Karlstal und Michael-Peter Schiltskys "Raum - Körper, Körper - Raum" an der Kreuzung der Straßen Richtung Neustadt und Richtung Kaiserslautern.